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Altersvorsorge · 22.09.2026 · 3 Min. Lesezeit

Gesetzliche Rente verstehen: Was am Ende übrig bleibt

Renteninformation lesen, Rentenlücke berechnen und typische Denkfehler vermeiden, verständlich erklärt.

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen in Deutschland die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Doch kaum jemand weiß, wie viel davon am Ende tatsächlich auf dem Konto ankommt. Mit drei Schritten bekommst du einen realistischen Überblick.

Schritt 1: Die Renteninformation lesen

Ab 27 Jahren schickt dir die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr eine Renteninformation, sofern du mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt hast. Dort stehen drei wichtige Werte: die Rente bei voller Erwerbsminderung, die Rente, die du bekommst, wenn du ab sofort nichts mehr einzahlst, und die hochgerechnete Rente bis zum Rentenbeginn. Alle Ansprüche, auch aus Betriebsrenten und privaten Verträgen, kannst du außerdem in der Digitalen Rentenübersicht abrufen.

Schritt 2: Von brutto zu netto

Die Beträge in der Renteninformation sind brutto. Davon gehen noch ab:

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Als Rentner zahlst du etwa die Hälfte des Krankenkassenbeitrags und den vollen Pflegebeitrag. Zusammen sind das grob 11 bis 13 % der Rente.
  • Einkommensteuer: Renten sind nachgelagert steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und steigt jedes Jahr. Ob du tatsächlich Steuern zahlst, hängt von deinem gesamten Einkommen im Alter ab.

Als grobe Faustregel kannst du mit 15 bis 25 % weniger rechnen, als in der Renteninformation steht.

Schritt 3: Die Inflation nicht vergessen

Die hochgerechnete Rente ist ein Betrag in der Zukunft. 1.500 € in 30 Jahren haben bei 2 % Inflation nur noch die Kaufkraft von etwa 830 € heute. Die Renten steigen zwar ebenfalls, aber nicht unbedingt im gleichen Tempo wie deine Ausgaben.

Wie groß deine persönliche Lücke ist und welche Sparrate sie schließt, zeigt dir der Rentenlücken-Rechner.

Typische Denkfehler

  • „Die Rente reicht schon.“ Das Rentenniveau liegt derzeit bei rund 48 % des Durchschnittslohns. Für den gewohnten Lebensstandard reicht das meistens nicht.
  • „Ich kümmere mich später darum.“ Wer zehn Jahre später anfängt, braucht für dasselbe Ziel eine deutlich höhere Sparrate.
  • „Meine Immobilie ist meine Rente.“ Eine abbezahlte Wohnung senkt die Kosten, bringt aber kein Einkommen. Reparaturen fallen weiter an.

Was du jetzt tun kannst

Frag deinen Arbeitgeber nach einer betrieblichen Altersvorsorge mit Zuschuss. Ergänze die Lücke mit einem ETF-Sparplan, und prüfe ab 2027 das neue, staatlich geförderte Altersvorsorgedepot.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben ohne Gewähr, Stand siehe Veröffentlichungsdatum.

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